Gastbeitrag: Vorwärts nach weit – The lost years

8 Mrz

Wir veröffentlichen heute einen Gastbeitrag von Jan C. Rode. Rode ist seit 1985 Fan von Hannover 96. Er war lange Redakteur beim – wie er selber sagt – Zeckenblatt „Notbremse“. Einigen ist er auch noch bekannt als Fanmag-Moderator und Autor von „Vorwärts nach weit“ und Mitschreiberling bei anderen 96-Büchern aus dem Werkstatt-Verlag. Als Student noch Dauerkarteninhaber, ist er heute nur noch vereinzelt bei Heimspielen.

Was eigentlich aus einer Laune heraus geschah, rief unheimliche Resonanz hervor. Ich wusste selbst gar nicht, was ich eigentlich aufschreiben wollte, aber irgendwie scheint es einen Nerv getroffen zu haben. In „Warum ich traurig bin, ein Fußballfan zu sein“ beschrieb ich meinen Phantomschmerz, wenn ich Hannover 96 jetzt spielen sehe. Ich bin mir immer noch nicht ganz sicher, ob das eine normale Altersentwicklung ist oder doch an den vielen, vielen Vorfällen liegt, die sich in den letzten Jahren rund um Fans und Verein ereignet haben. Um den auf den Grund zu gehen, drösele ich alles mal von Beginn an auf.

Haarmann-Fahne

Was war passiert?

Seit Jahren wurde im Fanblock eine Fahne geschwenkt, auf der Serienmörder Fritz Haarmann zu sehen war. Ähnlich wie Jack the Ripper gehört der homosexuelle Polizeispitzel zur niedersächsischen Folklore und war mitunter auf Adventskalendern der Stadt Hannover zu sehen. Ein Artikel in der Bild-Zeitung brachte das Thema überhaupt erst auf die Agenda (Ultras schwenken Fahne mit Massenmörder), woraufhin gehorsamst Gespräche zwischen Vereinsvertretern und Fans stattfanden, um das plötzlich aufgetretene Problem zu lösen. Martin Kind hingegen drohte nach Rückfrage durch Journalisten schnell mit Stadionverboten, die meines Wissens nach teilweise auch durchgezogen wurden.

Bevor ich zur ersten Einschätzung komme, zunächst ein kurzer Einschub: Die Haarmann-Episode ist natürlich nur Symptom einer Entwicklung, die schon vorher begonnen hatte. Grundsätzlich ist zu sagen, das sich sehr viele Vereine mit ihrer aktiven Fanszene – häufig ausschließlich durch Ultras repräsentiert – äußerst schwer tun. Fast wöchentlich gilt es Probleme zu besprechen, die auf Auswärtsfahrten entstanden sind oder Forderungen nach mehr Raum an Spieltagen im und ums Stadion. Durch das Engagement meines Schwiegervaters beim VfB Lübeck weiß ich, wie anstrengend das sein kann, wenn gleichzeitig noch die Alten Herren und die Presse mit ähnlichen Forderungen um die Ecke kommen. Selbst in besten Beziehungen kommt es dann zum Knall – und auch mal zur Sendepause. Nun muss man wissen, das Ultras häufig sehr schnell eingeschnappt sind und lieber ein beleidigtes „Pöh“ in den Raum aussenden, anstatt sich ihrer Rolle und ihrer damit einhergehenden Verantwortung für die Außendarstellung der Vereine bewusst zu werden. Wenn alles gut läuft, redet man aber nach ein paar Spielen wieder miteinander. Nicht so in Hannover. Wohin das führt, sehen wir später…

Die Einschätzung

Medien müssen tagtäglich Themen setzen und das ist der Bild in diesem Fall hervorragend gelungen – sehr zum Leidwesen der aktiven Fans. Die Frage ist, ob die Redakteure selbst auf die Idee für den Artikel gekommen sind oder von irgendwem einen Tipp bekommen haben. Hannover 96 wird das nicht gewesen sein, denn kein Verein hat Lust und Muße, sich im stressigen Tagesgeschäft (Spiele, Trainer, Verletzte, Transfers) noch weitere Themen ans Bein zu nageln. Was in der Tat jedoch überrascht, ist die harte Reaktion von Martin Kind – selbst wann wir obigen Einschub noch kurz mitdenken. Nun ist der Präsident seit Jahren die mächtigste Person bei 96 – sein Wort ist Gesetz und ohne sein Wissen werden nicht mal Beiträge auf der Homepage veröffentlicht. Von daher ist es auch kein Wunder, dass vorige Absprachen zwischen Fans und Vereinsvertretern durch ein Presse-Interview plötzlich Schall und Rauch sind.

Interessanterweise ist Martin Kind aber Mitglied im Promi-Fanklub „Rote Reihe“. Ja, genau, das ist ebenjene Straße, in der Fritz Haarmann wohnte. Auf den Seiten des Fanklubs heißt es, man habe den Namen selbstverständlich trotz Haarmann und nicht wegen Haarmann gewählt und versucht in tapsiger Art in einem längeren Artikel zu erklären, wie wichtig die Straße für die hannöversche Geschichte (Leibniz, Synagoge, Vorstadt, Ministerien etc.) war und ist. Die FAZ hat recht, wenn sie Kind im Falle Haarmann Heuchelei vorwirft und konstatiert, das diese fehlende Feinfühligkeit den Dialog mit den Fans erschwere.

Das Resultat

Kind kann diese Episode nicht gefallen haben. Im Idealfall wäre die Fahne ohne viel überregionales Brimborium aus dem Stadion verschwunden, wenn dann drei oder vier Zuschauer deshalb nicht mehr kommen (dürfen), ist das auch kein weiteres Problem für die Einnahmeseite. So kann nur jemand denken, der seit Jahren Macht und Einfluss zusammenrafft und von Mitarbeitern, Medien und Sponsoren hofiert wird. Schon Richard Nixon wusste schließlich: „If the president does it, it’s not illegal.“ Wohin das führt, sehen wir später…

Sicheres Stadionerlebnis

Was ist passiert?

Nachdem es bei den Relegationsplayoffs zwischen Hertha und Düsseldorf 2012 zum dümmsten Platzsturm der Fußballgeschichte kam, orchestrierten die Medien gekonnt das Geschrei von Innenpolitikern, Polizeigewerkschaften und DFL-Vertretern nach mehr Sicherheit im Stadion. Schon seit Jahren schwelten die Auseinandersetzungen um das Abbrennen von Pyrotechnik. Die Vereine unterschätzen völlig die Dynamik und sahen sich mit Drohungen der Politik konfrontiert, gesetzliche Regelungen zu schaffen (oder wahlweise die Gemeinnützigkeit der mittlerweile als Wirtschaftsunternehmen aufgestellten Klubs abzuerkennen). In aller Hektik wurde dann von den DFL-Padres ein staatsgenehmes Konzeptpapier entwickelt, welches – wie sollte es bei unserer aller Herzensklub auch anders sein – Hannover 96 aber seinen Fans nicht zeigen, geschweige denn diskutieren wollte (war anderswo weniger ein Problem). Selbstredend stimmte 96 mit der Mehrheit und nahm den Antrag (Mehr Kontrollen! Mehr Videoüberwachung! Schnelle Bestrafung! Bessere Stadionverbote usw.) an.

Die Einschätzung

Sportfunktionäre behaupten oft und gerne, das sie mit der Politik rein gar nichts zu tun hätten. Das stimmt leider nicht so ganz, denn die Politik ist das mächtigste Subsystem unserer Gesellschaft und bestimmt, wo es langgeht. DOSB, DFB und Co. glauben aber gerne, sie seien im Teletubby-Land, wo alle völlig zweckfrei hechten, schwimmen, springen und Fußball spielen. Dass der organisierte Sport pro Jahr mehr als 150 Millionen Euro vom Innenministerium bekommt, wird dabei gerne ausgeblendet. Einmal kurz bei den Eiern gekniffen, wussten die DFL und ihre Mitgliedsvereine jedoch ganz genau, was sie zu tun hatten: die Politik beruhigen und Druck vom Kessel nehmen.

Das Resultat

Wieder einmal waren die Fans die Gelackmeierten. Dabei hätte man es sich kurz vor Weihnachten doch so gewünscht, dass 96 wie die coolen Unioner bei dem ganzen Scheiß gar nicht mitmacht (übrigens in völliger Verkennung der realpolitischen Gegebenheiten und Machtverhältnisse). Werden Fans also regelmäßig und systematisch benachteiligt? Nein, sie nutzen nur ihre Potenziale nicht genügend. Zwar engagierten sich bundesweit Fans gegen das Papier und bekamen sogar Airtime im TV – gereicht, die eigenen Träume zu verwirklichen, hat es dennoch nicht. Wer in diesem Land was reißen will, muss wirtschaftlich erfolgreich sein (Martin Kind) oder versuchen, über die Politik an Einfluss zu gewinnen. Darüber hinaus müssen sich Fans – wie ihr Gegenüber in den Vereinen – weiter professionalisieren. Die Kampagne 12:12 wurde breit diskutiert und war danach wieder vergessen. Professionelles Agenda Setting ist hier das Stichwort – in Hannover gibt es dafür bislang weder Kapazitäten, Konzepte oder Köpfe. Wohin das führt, wenn Fans und Ultras darauf keinen Bock haben, sehen wir später…

Die Affäre Pogatetz

Was ist passiert?

„Mad Dog“ Emanuel Pogatetz zählte nach seinem Wechsel aus England an die Leine schnell zu den Fanlieblingen, verlor seinen Stammplatz allerdings schon im zweiten Jahr nach der Winterpause an Mario Eggimann. Obwohl sein Vertrag noch bis 2015 galt, einigten sich 96 und Wolfsburg auf einen Transfer für 2,5 Millionen Euro zu Beginn der Saison 2012/2013. Wie es der Zufall so wollte, führte der Spielplan beide Teams gleich zu Beginn der Saison zusammen. Im Überschwang des mit 4:0 deutlichen Auswärtssieges bedachte ein Teil der mitgereisten Fans den Grazer mit Schmähgesängen – nicht gerade Fair Play, aber auf Fußballplätzen auch keine bahnbrechende Sensation. Erst das Zusammenspiel von Martin Kind und der Presse brachte wieder einmal Schwung in die Angelegenheit: Der Hörgeräteunternehmer wurde nicht nur zum Triumph auf den Rasen, sondern auch zu den Vorgängen auf der Tribüne befragt. Als emsiger Schlagzeilenlieferant ließ es sich der 96-Präsident natürlich nicht nehmen, bestimmte Teile der Fanszene als „Arschlöcher“ zu bezeichnen und den Hass-Sängern auch ohne hundertprozentigen Beweise Stadionverbote anzudrohen.

Die Einschätzung

Schmähgesänge sind in deutschen Stadien keine Seltenheit. Natürlich gibt es kreativere Beschimpfungen, als einen Spieler, der wohl auch wegen der sportlichen Perspektive und nicht nur des Geldes wegen an den Mittellandkanal gewechselt war, als Sohn einer Professionellen zu titulieren. Auch das ein Präsident medial auf Fans losgeht, ist inbesondere aus unteren Ligen und solchen in der europäischen Peripherie nicht unbekannt. Alles in allem also kein sonderlich großer Beinbruch, wären da nicht wieder einmal die Medien gewesen, die eine fette Story witterten. Und so wurde aus einer Lappalie ein Politikum, zumal Kind erneut mit dem roten Tuch „Stadionverbote“ wedelte. Wäre die Vereinsführung in den 90ern auch derart engagiert gewesen, sich die Zuschauer der Herzen zu backen, hätten beispielsweise die rechten Dumpfbacken nicht so lange auf den Rängen und im VIP-Bereich ihr Unwesen treiben können.

Das Resultat

Das Arschloch-Label führte eine neue Tonalität in die schwelende Auseinandersetzung ein. Was vorher vielleicht unausgesprochen blieb, fand nun ihren Weg an die Öffentlichkeit. Kein besonders cleverer Schachzug von einem Mann, der sich rühmt, an der A7 sein Logo an einen höheren Turm als der benachbarte schwedische Möbelkonzern gepflastert zu haben. Willfährige Steigbügelhalter für die zu diesem Zeitpunkt nur undeutlich zutage tretenden Pläne des Präsidenten spielten jedoch die lokalen Medien. In den knapp 15 Jahren der modernen Fan- und Ultrabewegung hatte es kein Redakteur vermocht oder gewollt, Fanbelange richtig einzuordnen. So wurde alles munter in einen Topf geworfen und der gesamte Nordbereich zum Ultragebiet gemacht oder die Leistungen Kinds verklärt – kein Wunder, wenn die Chefs der eigenen Chefs als Teilhaber der Hannover 96 Sales & Service GmbH waren. Die Drohung mit Stadionverboten ließen die organisierten Teile der Fanszene natürlich nicht auf sich sitzen – entsprechend engstirnig verlief auch die folgende Auseinandersetzung…

Acht Cola, acht Bier

Was ist passiert?

Auf Bitten der Hardliner-„Gewerkschaft der Polizei“ ergänzte Hannover 96 am Ende der Winterpause 2012/2013 den Kürzel „ACAB“ als Teil der verbotenen Codes in der Stadionordnung. Beim Rückrunden-Heimauftakt – wiederum gegen Wolfsburg – kam was kommen musste und Teile der Nord zeigten Transparente mit dem Kürzel, den findige Journalisten schon als den „am häufigsten gesprühten türkischen Namen“ verortet hatten. Nach einem Gerangel mit Ordnern beim Entfernen der Transpis wollten Teile der Ultras das Stadion verlassen, wurden aber von der Polizei daran gehindert.

Die Einschätzung

Was in den 90ern noch mehrere Jahre Arbeit vieler engagierte Menschen bedeutete – nämlich das sich 96 mit seiner rechtsoffenen Fanszene beschäftigte und die Stadionordnung änderte – bedurfte im 21. Jahrhundert nur des Briefes einer Lobbyvereinigung. Natürlich ist es wünschenswert, unsinnigen Hass in Stadion und Gesellschaft einzudämmen. Eigentlich peinlich an der Geschichte war nur, das 96 der einzige der angeschriebenen norddeutschen Profivereine war, die auf den Bettelbrief in einer Art Pawloschen Reflex reagiert hatten. Besonders wenig Fingerspitzengefühl zeigten in dieser Angelegenheit allerdings die Ultras, die durch den – wenn auch unverhältnismäßigen – Polizeieinsatz letztlich den Sturm ernteten, den sie mit ihren provokanten Transparenten erreichen wollten.

Das Resultat

Wieder einmal waren Fans und Verein – diesmal über den Umweg Polizei –in Frontstellung zueinander geraten. Eigentlich ist es auch kein Wunder, das die Sitten verrohen, wenn „Arschlöcher“ einem „machtgeilen und senilen alten Sack“ gegenüberstehen. Die kompromisslose Vereinslinie in Fanfragenwurde von den Ultras 1:1 gespiegelt, sodass sich im Resultat Klima und Kommunikation aller Beteiligten massiv verschlechterte. Die neutralen Zuschauer konnten über die ganze Angelegenheit wieder nur den Kopf schütteln und folgten der vorgeblich unpolitischen Linie des Vereins in der ACAB-Frage.

Achim sehen und (Fanrechte) sterben

Was ist passiert?

Bereits eine Woche später stand ein weiteres Nordderby in Bremen auf den Plan. Durch das aufgeheizte Klima in der Post-Düsseldorf-Ära hatte die Polizei Betretungsverbote für die Innenstadt sowie die zwingende Anreise mit Shuttlebussen vom Hauptbahnhof zum Stadion vorgeschrieben. Kurz vor Bremen wurden 434 aktive Fans und Gelegenheitsfahrer – darunter auch Minderjährige – in Achim von Bahnmitarbeitern aus einem überfüllten Regionalexpress komplimentiert. Der Plan der Gruppe war, einfach einen der nächsten Züge nach Bremen zu nutzen, was aber die in der Zwischenzeit aufmarschierten Polizeihundertschaften unterbanden. Stattdessen wurden allen Reisenden der Spielbesuch – nach Abbrennen zweier Feuerwerkskörper und trotz deeskalierender Megaphondurchsagen von Fanvertretern – untersagt. Daraufhin wurde die Rückfahrt nach Hannover anberaumt, wo sich alle Insassen im Hauptbahnhof erkennungsdienstlichen Maßnahmen unterziehen mussten und über Stunden ohne Möglichkeit blieben, zu essen, zu trinken oder auf die Toilette zu gehen. Nach Spielschluss lobte Martin Kind zeitnah das rigorose Vorgehen der Polizei in einem Interview mit dem NDR.

Die Einschätzung

Auswärtsfahrer sind oft der Willkür und den widersprüchlichen Ansagen der Polizei ausgesetzt: Mal sollen 300 Leuten auf einem 2m breiten Bürgersteig zum Stadion gehen und bei Todesstrafe den Straßenasphalt nicht betreten, ein anderes Mal wird die seit Jahren gewohnte Route zum Stadion durch eine Polizeikette geschlossen. Wer Stress aus dem Weg gehen will, reist lieber in kleinen Gruppen und erst recht nicht mit dem Mob, der Blaulicht anzieht wie die Motten das Licht.

Bahn und Co. machen es sich aber gerne einfach und komplimentieren exklusiv Fußballfans aus überfüllten Zügen. Von daher war es reichlich naiv, wenn gleich 434 Leute aus den unterschiedlichsten Fanspektren in einem Provinzbahnhof auf die Weiterfahrt hoffen. Das die Polizei Feuerwerk gerne als Vorwand zum Einschreiten nimmt, dürfte ebenfalls bekannt gewesen sein. Doch die Entscheidung, den Spielbesuch für alle zu untersagen, war hart. Rechtstaatlich äußerst fragwürdig war jedoch die Datensammelwut der Exekutive bei der Aktion in Hannover.

Achim war darüber hinaus ein Lehrstück in Sachen PR und öffentlicher Meinung. Denn die Schlagzeilen hießen am nächsten Tag nicht „Minderjährige über Stunden von Polizei eingekesselt“, sondern „Fans legen Bahnverkehr lahm“. Nicht nur in Hannover, auch anderswo haben Fangruppen zu kämpfen, von ihrem Verein auf Augenhöhe wahrgenommen zu werden. Nirgendwo sonst ist ihre Lobby aber derart nicht-existent wie in der niedersächsischen Landeshauptstadt: Das Fanprojekt? Chronisch unterfinanziert. Der Fanclubdachverband Rote Kurve? Feierte sich erst für toll gestaltete Wagen zum Schützenausmarsch, übernahm dann mit der Trinkwasser-Aktion und den Spenden für Poltawa soziale Verantwortung, war in der Außenwahrnehmung aber kein fanpolitischer Player, sondern für viele – mich eingeschlossen – ein bequemer Weg um an die zu EuroLeague-Zeiten begehrten Tickets zu kommen. Die Medien? Vermieden es natürlich die Hand zu beißen, die sie seit Regionalligazeiten mit Stories fütterte. Und die Ultras? Blieben mit ihren komplizierten Gruppen-Ethos und den ständigen Provokationen ohne Anschlussfähigkeit an die breite Masse der Stadionbesucher.

Das Resultat

Keine Neuigkeiten an dieser Stelle: das Klima zwischen 96 und seinen Fans verschlechterte sich durch die Äußerungen Kinds erneut. Waren zuvor die Ultras nahezu exklusiv Zielscheibe seiner Kritik, traf es diesmal auch Teile der gemäßigten Fans, deren einziges Vergehen darin bestand, einen falschen Zug benutzt zu haben. Das sah auch die Staatsanwaltschaft so, die alle Ermittlungsverfahren einstellte. In der Öffentlichkeit blieb aber der Eindruck, dass Fußballfans einfach nicht zu kontrollieren seien und gegen „diese Kriminellen“ immer wieder hart durchgegriffen werden müsse.

Selektive Kollektivstrafen

Was ist passiert?

Schon lange hatte 96 angedroht, DFB-Strafen nach dem Zünden von Pyrotechnik auf die Verursacher umlegen zu wollen. Da die Videotechnik im Stadion und die Ermittlungsbehörden aber nicht die gewünschten Täter produzierten, entschied sich die Vereinsführung für eine kollektive Strafe. Beim Euro League-Spiel gegen Anschi Machatschkala mussten Zuschauer in den Blöcken N16/N17 einen Aufschlag von fünf Euro zahlen.

Die Einschätzung

Fußballvereine achten gerne auf jeden Euro und suchen überall nach neuen Erlösquellen. Wenn dann DFB-Strafen die Bilanz verhageln, suchen gute Geschäftsleute eben nach neuen sprudelnden Geldquellen. Bei 96 kam man auf die dumme Idee, ausschließlich die mit Dauerkarteninhabern der Rote Kurve bevölkerten Blöcke zur Kasse zu bitten und aus der kollektiven Strafe eine selektive zu basteln. Den Strafen in Höhe von 80.000 Euro sollen hierbei Einnahmen von ganzen 5.000 Euro gegenüber gestanden haben – ein eher kümmerliche „Ertrag“ unter Inkaufnahme von noch viel größeren Klimaverschlechterungen.

Die Maßnahme sorgte dafür, das beim Spiel selbst kaum Stimmung aufkam. Zwar hatte 96 das Hinspiel verloren, dennoch bestand natürlich eine klitzekleine Hoffnung auf das Weiterkommen. Bedingungslose Unterstützung von den Rängen hätte an dieser Stelle sicher nicht geschadet, aber wieder einmal zeigte Martin Kind, dass er keine Ahnung vom Fußball hat, wie er dem Verfasser dieser Zeilen bei einem Notbremse-Interview kurz nach seiner Inthronisierung gestand (ich warte übrigens heute noch auf das versprochene Praktikumsangebot).

Das Resultat

ACAB, Achim, Anschi – diese drei Maßnahmen trafen nicht nur die Ultras, sondern zielten verstärkt auch in die übrige Fanszene, die über eher lockere Strukturen verfügt. Wenn man es nicht besser wüsste, hätte man meinen können, das hier eine weitere Gruppe kriminalisiert werden sollte. Dabei hätte 96 im Zeitalter der Transparenz durchaus ganz andere Möglichkeiten gehabt: Die Strafenproblematik hätte in einem längeren Prozess über das Fanprojekt jüngeren Fans näher gebracht werden können, auch beim Papier zum „Sicheren Stadionerlebnis“ hätte der Verein moderater auftreten können. Stattdessen verfolgte insbesondere der Präsident weiter seinen ganz eigenen Erziehungsauftrag und ließ sich mit den Worten „Kollektivstrafen sind manchmal nötig“ zitieren.

Der Scheißverein

Was ist passiert?

Auf einer Veranstaltung des Fanclubs „Rote Reihe“ (ja, genau der!) bezeichnete Martin Kind Hannover 96 als Scheißverein. Damit meinte der Unternehmer insbesondere die Verhältnisse vor seinem Einstieg 1997.

Die Einschätzung

Es überrascht doch einigermaßen, dass ein oftmals sehr distinguiert auftretender Mensch wie Martin Kind sich zum wiederholten Male der Fäkalsprache bediente, um seine Meinung auszudrücken. Entweder, der Großburgwedeler ist ob seines dünnen Fells leicht reizbar, oder er nutzt solche Auftritte vor der High Society gezielt, um Stimmung für sich zu erzeugen.

Natürlich steht es Martin Kind frei, über seine Vorgänger zu urteilen. In der Tat ging es bei 96 in den 80ern drunter und drüber und in den 90ern wollten einer sogar das legendäre Fanzine Notbremse verbieten, weil ihm die Schreiberlinge nicht in den Kram passten. Und natürlich hat 96 in den vergangenen 18 Jahren geschafft, das Image als „Schalke des Nordens“ abzulegen, ein schönes WM-Stadion unter Teilerhalt der historischen Bausubstanz zu errichten und sich in der 1. Bundesliga zu etablieren. Auf der Negativseite ist aber eine mindestens seit 2006 von Seiten des Vereins geführte Kampagne zur Zuschauerzusammensetzung im Niedersachsenstadion – erst durch massive Preisaufschläge zur Umbaufinanzierung und spätestens seit Haarmann durch fortgesetzte Kriminalisierungsversuche und Einschüchterungen auf persönlicher Ebene.

Das Resultat

Mit seinen Äußerungen konnte sich Kind zwar den Applaus der hannöverschen High Society sichern, verletzte mit dieser rhetorischen Keule jedoch erneut die Fanemotionen zu ihrem Lieblingsklub. Schließlich wurde dieser „Scheißverein“ 1938 und 1954 unter jeweils heroischen Umständen deutscher Meister, hat in den 60ern mehrere Amateurmeisterschaften errungen, als einziger Zweitligist überhaupt den DFB-Pokal gewonnen, Erfolge in Leichtathletik, Badminton und Triathlon gefeiert – das alles soll (selbst vor einer zugegeben ausgereiften unternehmerischen Strategie) nichts mehr wert sein? Und übrigens dürften sich durch Kinds Attacke nicht nur die Fans, sondern auch die vielen Ehrenamtlichen und Aktiven in den Hintern getreten gefühlt haben…

Martin knows best

Was ist passiert?

Nachdem die Auseinandersetzung zwischen Kind und Teilen der Fanszene lange Zeit sich stetig aufschaukelte, ging es nun in die offene Feldschlacht. Die Ultras beendeten nach Choreo-Verboten und Rauswurf aus dem Stadion-Container die Gespräche mit dem Verein, der Fanklubdachverband Rote Kurve löste sich nach Unterbreitung eines Maßnahmenkatalogs durch den Verein (u.a. pers. Haftung der Vereinsvorstände bei Pyrovorfällen im Nordoberrang, Kündigung des Fanladens und damit der Weg in die Arbeitslosigkeit für zwei besonders engagierte Fans) schließlich auf. In den letzten Ausgaben des RK-Magazins beklagten die Macher zudem, dass sich in den Jahren des Bestehens kein Nachwuchs gefunden hätte, der bereit gewesen war, Verantwortung zu übernehmen und das Kind in persönlichen Gesprächen gedroht habe, die jeweiligen Arbeitgeber – mit denen er sehr gut befreundet sei – über die Aktivitäten ihrer Beschäftigten zu informieren.

Die Einschätzung

Die Reaktionen der Ultras und der Roten Kurve sind im Einzelfall nachvollziehbar. Aber insbesondere das lange Siechtum des Fanklubdachverbandes muss zu Denken geben. Auch wenn sicherlich das persönliche Maß voll und Existenzen bedroht waren, sollte in einer derartigen Situation das Feld nicht leichtfertig geräumt werden. Die Ultras hingegen haben es sich einfach gemacht und gezeigt, dass ihr Gruppenkodex im Zweifelsfall doch schwerer wiegt, als die Liebe zu 96.

Das Resultat

Vormalige Fanstrukturen waren der Auflösung preisgegeben und nach diesem finalen KO machte sich Lethargie in der Fanszene breit. Wofür lohnte es noch zu kämpfen und wohlmöglich Existenzen aufs Spiel zu setzen, wenn ab 2017 Kind-genehme Investoren nach der modifizierten 50+1-Regel (für die Martin Kind jahrelang statthaft gegen DFB und DFL letztlich erfolgreich ins Feld zog) künftig das Sagen haben? Damit war der Tiefpunkt aber noch lange nicht erreicht…

Schmach von Braunschweig

Was ist passiert?

Schon im Hinspiel hatte sich 96 nicht mir Ruhm bekleckert: Gegen den Tabellenletzten aus Peine-Ost bot Übungsleiter Slomka nur eine Spitze auf – der trostlose Kick endete folgerichtig mit 0:0 (übrigens das 1.000 torlose Remis in der Bundesliga-Geschichte). Nahezu während der kompletten 90 Minuten wurde das Niedersachsenstadion vom Bengalo-Feuern erhellt. Die Ultras hatten – so erzählt man sich – für das Derby vom Verein Teile ihrer Privilegien (Choreos, Container) zurückerhalten und dankten es nach den vorherigen Scharmützeln (siehe oben) auf ihre Art.

Zum Rückspiel kam dann die Quittung für die unüberlegte Pyro-Show: Auf Druck des Innenministeriums wählte Hannover 96 beim Ticketverkauf für das Rückspiel eine ganz besondere Variante: Wer ein Ticket erwarb, musste in einem vom Verein gestellten Bus steigen, um das Spiel zu sehen. Darunter fielen zwar auch die Inhaber von Auswärtsdauerkarten, nicht jedoch wer ein VIP-Ticket bestellte.

Daraufhin klagten einige der Inhaber von Auswärtsdauerkarten gegen die Vergabepraxis. Zunächst sah es vor Gericht auch ganz gut aus, denn der einstweiligen Verfügung wurde wenige Tag vor dem Spiel stattgegeben. 96 hingegen legte wenige Stunden vor dem Derby bei Gericht einen Befangenheitsantrag ein, sodass aus der ganzen Geschichte eine juristische Hängepartie wurde. Die ganze Hysterie im Vorfeld war natürlich völlig verschwendete Energie, denn 96 kam beim Erzrivalen mit 0:3 unter die Räder.

Die Einschätzung

Niemand weiß, wie groß tatsächlich der politische Druck auf Hannover 96 war. Im Nachhinein tat die sportliche Führung in Person von Manager Dufner nämlich so, als setze man die Anreise-Maßnahme gar nicht gerne um. Dabei wird dieses Modell schon seit Jahren in Holland genau so immer wieder durchgeführt – und das Derby war für die deutschen Behörden ein erster Testballon. 96 half als traditionell staatsergebener Verein gerne mit.

Dass der Verein mit juristischen Winkelzügen gegen seine eigenen Fans vorging, war ein Novum. Allerdings darf nicht vergessen werden, dass erst die Ultra-Pyro-Show im Hinspiel die konkrete Situation heraufbeschworen hatte und man damit der Fanszene aus Ego-Gründen insgesamt einen Bärendienst erwiesen hat.

Das Resultat

Zu der schlechten Stimmung kamen nun auch schlechte Leistungen auf dem Platz. Ausgerechnet die Blamage gegen Peine-Ost weckte wieder einmal das Abstiegsgespenst in Hannover. Letztlich wurde die Klasse gehalten – und auch das den Ultras angekreidet: Hat 96 nicht schönen und erfolgreichen Fußball gespielt, nachdem UH, KH und BN im Stadion (endlich) schwiegen?

Go home productions

Was ist passiert?

Zur Saison 2014/15 beendete Hannover 96 die freie Platzwahl in den ehemaligen RK-Blöcken N16/N17. Hintergrund waren die anhaltenden Pyro-Querelen. Martin Kind hatte schon mehrfach angekündigt, Strafen auf die Verursacher (schon bei einem Becherwurf vom FC St. Pauli erfolgreich vorexerziert) durchzustellen. Wenn man nun genau weiß, wer wo sitzt, sollte dieses Vorhaben in Zukunft leichter gelingen – so zumindest die Theorie. Wer seine Karte an Freunde oder Ebay-Bekanntschaften weitergab, musste damit rechnen, auch dann belangt zu werden, wenn man selbst gar nicht im Stadion war – schließlich war der Platz nun personalisiert.

Auf den Vertragsbruch (manche hatten die DK vor Jahren unter völlig anderen AGBs erworben) hatte nur noch ein knappes Drittel der Dauerkarteninhaber Lust, die Ultras gingen seit Saisonstart sowieso lieber zu den Amateuren. Dilettierend versuchte 96 daraufhin, die frei gewordenen Plätze an Studierende der MHH zu verschachern. Als das scheiterte, kam Kind auf die glorreiche Idee, die 800 freigewordenen Plätze bei seinen Sponsorenfreunden für 230 Euro (regulär: 400 Euro) anzubieten – natürlich bei freier Übertragbarkeit.

Die Einschätzung

Wer glaubte, dass Martin Kind nur artig die Spalten in der Presse füllte, sah sich erneut getäuscht, denn Worten folgen bei ihm in beängstigender Regelmäßigkeit auch immer Taten. Sein Ziel trat spätestens jetzt überdeutlich hervor: Alle kritischen Fans und Ultras sollten aus dem Stadion verschwinden. Ähnlich wie bei der Auseinandersetzung um 50+1 hat Martin Kind auch diesen Kampf taktisch geschickt und mit äußerst langem Atem ausgefochten – letztlich siegreich.

Das Resultat

Martin Kind ist am Ziel seiner Träume – und hat die Herzkammer des Hannover 96-Fanwesens, die Nordkurve, in ihre Einzelteile zerlegt. Wenn überhaupt, war er dabei nur auf schwache Opposition gestoßen, sowieso war eine Mehrheit im Stadion gegen Ultras. Dabei war der Kampf mit ungleichen Mitteln geführt worden, Fans besitzen einfach keine Lobby. 1998 sah der Hörgeräte-Unternehmer das jedoch noch ganz anders: Als der alte H31 zum Hort von Alkoholikern und Pöblern verkommen war, spendete er dem sangesfreudigen Notbremse-Umfeld und dem Fanklub „Thekenschlampen“ für denn damaligen Premium-Block K36 – mitten auf der Westtribüne großzügig Tickets. Bei einem 12 Uhr-Kick (wegen der Landtagswahlen) gegen den TuS Celle FC nahm die moderne Ultrabewegung in Hannover ihren Anfang. Insofern hat Kind die Geister selbst erst geweckt, die er danach so vehement bekämpfte.

Sei meiner Meinung oder schweig!

Was ist passiert?

Nach den ersten Heimspielen 2015 mehrten sich in sozialen Netzwerken die Einträge, das „Kind muss weg“-Rufer nicht nur vom übrigen Stadion niedergepfiffen, sondern danach auch gezielt von Ordnern angesprochen werden. Diese drohten dann angeblich mit einem „Stadionverweis“. Auf Nachfrage erklärte Hannover 96 bei Twitter zunächst, dass es keine diesbezügliche Ansage an den Ordnungsdienst gäbe, später bestätigte Stadionchef Thorsten Meier jedoch in einem Interview ebenjene Praxis. Postwendend die Erklärung von Häuptling Kind: „Das kann so nicht weitergehen. Hier geht es nicht um mich, sondern einzig und allein um die Mannschaft“.

Die Einschätzung

Es ist damit zu rechnen, dass „Kind muss weg“-Rufer schon bald vom Ordnungsdienst oder im Zusammenspiel mit der Polizei aus dem Stadion entfernt werden. Auch hier hätte Kind die öffentliche Meinung auf seiner Seite. Allerdings hat die Stimmung in den vergangenen Monaten ordentlich gelitten, mittlerweile sind die Gästefans bei jedem Spiel im Niedersachsenstadion lauter als die (nicht mehr vorhandene) Nordkurve.

Das Resultat

Noch immer ist das Tischtuch zwischen Fans und Verein zerschnitten. Zwischenzeitlich sollten Fanlieblinge wie Altin Lala oder Carsten Linke helfen, die verfeindeten Seiten wieder an einen Tisch zu bringen. Aufgrund der sportlich prekären Situation verfährt der Verein aber nach dem Motto „Augen zu und durch“. Wenn überhaupt, werden Gespräche frühestens nach Saisonende stattfinden können.

Wie oben schon erwähnt, hätte ich mir ein derart beherztes Auftreten von Hannover 96 auch in den 80ern und 90ern gewünscht, als Affenlaute und sonstige rassistische Rufe deutlich vernehmbar waren. Wer weiß, vielleicht nutzen genau jene Kreise das Vakuum in der Kurve, um sich wieder zu etablieren…

Was nun tun?

Man könnte einen offenen Brief schreiben, wie Hannover 96 es getan hat. Man könnte damit weitere Fans derart entrüsten, sodass sie nach knapp 20 Jahren Dauerkarte und Mitgliedschaft kündigen. Man könnte um neue Gruppen werben, die man bedingungslos unterstützen wolle. Man könnte sich nach Entrechtung und Kriminalisierung der alten Fans mit Geld der Sponsoren nun genau die neuen mundtoten Zuschauer backen, die man schon immer im Stadion haben wollte.

Man könnte auch weiter „Kind muss weg“ rufen und seinen Frust freien Lauf lassen. Man könnte sich daran weiden, wie die selbst ernannten Experten den Verein dem freien Fall überlassen und ab sofort oder nach der Sommerpause ganz wegbleiben. Man könnte, wie von Martin Kind gegenüber der Roten Kurve einmal vorgeschlagen, sich „ein anderes Hobby suchen“. Man könnte Herz und Nerven schonen und am Wochenende etwas wirklich sinnvolles mit Familie und Freunden unternehmen, anstatt dem 96-Gegurke zuzuschauen.

Man könnte auch jetzt erst recht in den Verein eintreten. Man könnte Anträge für die Jahreshauptversammlung formulieren, andere Fans mobilisieren, alternative Finanzierungskonzepte erarbeiten. Man könnte sich personelle Alternativen zu Martin Kind überlegen. Man könnte darauf hoffen, durch diese Kärrnerarbeit das fanfreundliche und transparente Hannover 96 zu bekommen, was sich so viele Unzufriedene derzeit zu wünschen scheinen. Man könnte versuchen, dass der Investoreneinstieg 2017 keine reine Formsache wird.

Man könnte sagen, eine neue Liga sei wie ein neues Leben und ein Abstieg kein Weltuntergang. Man könnte nun aber auch alles daran setzen, und die Mannschaft in der Endphase der Saison wie auch immer unterstützen. Man könnte sich daran erinnern, dass es auch in den 90ern ohne Ultras so etwas wie spielverlaufsbezogene Stimmung gab. Man könnte meinen, das alles sei schon besser als der Status Quo. Man könnte fordern, dass sich die Spieler dafür auch ordentlich reinhängen müssten, damit der Funke wieder vom Platz auf die Ränge überspringe. Man könnte immer noch das richtige Leben im falschen führen…

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4 Antworten to “Gastbeitrag: Vorwärts nach weit – The lost years”

  1. Harry Dres März 8, 2015 um 7:45 pm #

    So muss man es wohl sehen und auch werten – sehr gute Darstellung und Abwägung beider Seiten…
    Hoffentlich regt sich noch etwas – auf beiden Seiten.

Trackbacks/Pingbacks

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