Die Rote Kurve ist tot! Lang lebe die Rote Kurve! – Ein Appell an die aktive Fanszene Hannover

18 Apr

Auf der Mitgliederversammlung des Rote Kurve e.V. am 17.04.13 stimmten die anwesenden Mitglieder mit großer Mehrheit für die Liquidation der Roten Kurve als eingetragener Verein zum Jahresende und die Umwandlung in eine Interessengemeinschaft. Die Gründe hierfür sind vielfältig und werden in den kommenden Tagen detailliert unter www.rotekurve.de nachzulesen sein. So drastisch dieser Schritt scheinen mag, so unausweichlich war er auch. Die Entwicklungen rund um Hannover 96 haben dazu geführt, dass die Fortführung des gegenwärtigen Modells nicht mehr möglich war. Die Schließung des Fanladens hätte die Mitgliederbetreuung eines Vereins mit über 5000 Mitgliedern zu einem Ding der Unmöglichkeit werden lassen, zumal sich auch die Frage stellt, welche „Leistungen“ die Rote Kurve ihren Mitgliedern in Zukunft überhaupt hätte bieten können. Die Selbstverwaltung des RK-Blocks wurde „uns“ mit dem Start der Dauerkarten-Wandlung zur Saison 13/14 quasi bereits genommen. Auch der Verkauf von Tageskarten für Heim- und Auswärtsspiele durch die Rote Kurve an ihre Mitglieder steht zur Disposition und wurde in der Vergangenheit nicht nur einmal als Druckmittel seitens der KGaA eingesetzt. Was bleibt ist ein Gefühl der Ohnmacht, dass sich ein wichtiges Organ der Fanselbstverwaltung aufgrund der Willkür der KGaA und ihrer Offiziellen gezwungen sah, eine Struktur, die über Jahre aufgebaut worden war und aus der Einzigartiges hervorging, aufzugeben und zukünftig neue Wege zu gehen.

Mit Willkür meinen wir den Maßnahmenkatalog, der seitens der KGaA entwickelt worden ist, noch weit vor Ereignissen wie dem „Skandalspiel“ von Düsseldorf, Sicherheitskonferenzen mit Innenministern oder dem Pokalspiel gegen Dresden. Dieser Maßnahmenkatalog hätte die Rote Kurve unverschuldet zur Handlungsunfähigkeit verdammt. Mit der Liquidation kommt der e.V. also durch eigenen Beschluss quasi nur der Zerschlagung durch Fremdeinwirkung zuvor.

Mit Willkür meinen wir aber auch die Versuche der KGaA, die Aktiven der Roten Kurve – sprich Vorstand und Beirat – einzuschüchtern und zu diskreditieren. Einerseits umfasste dies, sie mit ihrem Privatvermögen für Strafen, die Hannover 96 auferlegt werden, haftbar machen zu wollen. Andererseits gab es Drohungen, Aktive der Roten Kurve beispielsweise bei ihren Arbeitgebern in Misskredit zu bringen.

Auch die freiwillige Schließung des Fanladens war nur ein Vorgriff auf die durch die KGaA avisierte Kündigung und die ständig im Raum stehende Bedrohung durch den Entzug der Lebensgrundlage. Die KGaA ist somit mehr als indirekt Schuld an der Zerstörung von Existenzgrundlage, Arbeitsplatz und Berufung zweier Personen, die sich wie wenige andere um die Rote Kurve und die Fanszene Hannover verdient gemacht haben. Kein Wunder, dass sie mit die ersten Opfer der Willkür wurden.

Der Eingriff in Privatwelt und Unversehrtheit aktiver Mitglieder der Fanszene durch die KGaA und ihre Offiziellen ist ein ungeheuerlicher Vorgang, dem wir mit Entschlossenheit und Einigkeit begegnen müssen. Auch wenn Martin Kind nicht allein verantwortlich ist, so ist er Kopf und Motor dieses hannoverschen Klüngels, der diese Entwicklung vorantreibt und unseren Verein Hannover 96 von uns entfremdet. Daher: KIND MUSS WEG!

Auch wenn es derzeit schwer fällt dies zu sehen, so ist die Liquidation der Roten Kurve und ihre Umformung in eine Interessengemeinschaft auch eine große Chance. Es ist die Chance, sich völlig neu zu erfinden und in Fanarbeit, Fankultur und Fanszene sowohl bewährte Strukturen zu erhalten und zu beleben, als auch völlig neue Wege zu gehen. Das Spaß gegen Stumpf-Festival, Trinkbecher für Trinkwasser, die Spendensammlung für das Waisenhaus in Poltawa und jüngst die Aktion „Fanszene hilft“ im Kampf gegen Blutkrebs sind Projekte, wie sie auch künftig initiiert, geplant und durchgeführt werden sollen. Die Rote Kurve als Interessengemeinschaft wird wieder mehr ein Teil von uns. Es hängt von jedem einzelnen ab, sich vermehrt zu engagieren und seine Kreativität und Motivation einzubringen. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass wir uns selbst keine Grenzen zu setzen brauchen. Was uns begrenzt ist lediglich unsere Vorstellungskraft.

Wir wollen also den Appell an die Fans von Hannover 96 richten, die Zukunft aktiv mitzugestalten – jeder nach seinen Vorlieben, jeder nach seinen Möglichkeiten. Lasst uns die Machenschaften der KGaA und ihrer Offiziellen kritischer denn je beobachten. Lasst uns weiter für Fanrechte und -interessen arbeiten, argumentieren und – wenn nötig – kämpfen. Lasst uns das Zünglein an der Waage sein, wenn das Spiel auf Messers Schneide steht. Lasst uns Grenzen setzen und Barrieren niederreißen. Lasst uns unseren Block, unsere Kurve, unser Niedersachsenstadion nach unseren Vorstellungen gestalten und mit Leben füllen!

Alles für Hannover! Nur der HSV!

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5 Antworten to “Die Rote Kurve ist tot! Lang lebe die Rote Kurve! – Ein Appell an die aktive Fanszene Hannover”

  1. hihahöre April 18, 2013 um 6:21 pm #

    Welch eine beschissene Situation.. Medien bekommt man trotzallem Recht nicht auf unsere Seite und kann so auch einen großteil des Publikums nicht erreichen.. Aber wir dürfen nicht aufgeben, sonst haben wir schon verloren. GEMEINSAM FÜR DEN HSV v. 1896!

    • Prothese April 19, 2013 um 12:23 pm #

      So lange in und um Hannover alle Medien Pro-Kind sind, wird sich so schnell auch nichts ändern.
      Wie meinte Hans Siemensmeyer auf dem NP-Fantalk „Anstoß“ gestern treffend: Nach drei bis vier Jahren tut Veränderung ganz gut.
      Und Gast Michael Rummenigge wunderte sich „dass Slomka wohl doch nicht so beliebt ist, wie es nach außen hin scheint“.
      Dem NP-Redakteur Dannowski sah man eine leichte Verunsicherung, bei diesemThema, an.

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  1. Blick zurück nach vorn! | Dave erzählt Dir was! - April 18, 2013

    […] Passend zum Thema begibt sich ein neuer, regelmäßiger Blog an den Start: Wir empfehlen weiter: https://briefankind.wordpress.com/2013/04/18/die-rote-kurve-ist-tot-lang-lebe-die-rote-kurve-ein-appe… […]

  2. Eine Choreoabsage, schottische Amateure und ein Kind namens Santana | Fokus Fussball - April 19, 2013

    […] der Auflösungserscheinungen ein Zusammenrücken der Fanszene beobachten lässt. Im Blog “Brief an Kind” wird deshalb auch dazu aufgerufen sich besonders jetzt für den Verein und den Erhalt der […]

  3. Und sonst so… | Übersteiger-Blog - April 24, 2013

    […] es irgendwie weitergehen, auch als IG statt als e.V., und vielleicht setzt so ein Knall ja auch neue Energie frei, wünschenswert wäre […]

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