Offener Brief an Martin Kind, Präsident Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V.

7 Feb

Sehr geehrter Herr Kind,

wir schreiben Ihnen, da wir angesichts der aktuellen Entwicklungen rund um unseren Verein sehr besorgt sind! Wir sind Schüler und Studenten, Angestellte, Arbeiter, Beamte, Akademiker und Arbeitssuchende. Wir sind Männer und Frauen. Uns alle verbindet in erster Linie die Leidenschaft für Hannover 96 und den Fußballsport. Viele von uns besitzen seit vielen Jahren Dauerkarten auf der Nord- oder Westtribüne. Andere können aus den unterschiedlichsten Gründen nur gelegentlich das Stadion besuchen. Einige von uns reisen der Mannschaft überall hinterher. Gerade jetzt, in den schönen Zeiten des Europapokals, kommen da immense Jahreskilometerleistungen zusammen, von den Kosten ganz zu schweigen. Viele geben für ihre Leidenschaft Hannover 96 mehr Geld aus, als sie haben. Gesamtjahresreisekosten von mehreren tausend Euro sind wohl eher die Regel als die Ausnahme bei vielen von uns. Für Geringverdiener, Schüler, Studenten und Familien ist dies nur schwer zu finanzieren. Und doch schaffen wir es irgendwie und wir beschweren uns nicht, denn wir tun es für unsere Liebe und unsere Leidenschaft.

Derzeit hinterfragen viele allerdings ihr persönliches Engagement rund um Hannover 96, da sie von den von Ihnen ergriffenen Maßnahmen gegen 96-Fans teilweise persönlich betroffen sind, aber auch, weil wir diese Maßnahmen grundsätzlich vollumfänglich ablehnen, da sie mit unserem Rechtsverständnis unvereinbar sind und das Stadionerlebnis, wie wir es lieben und schätzen gelernt haben, in seiner Existenz gefährden.

Unser Rechtsverständnis:

Kollektivstrafen oder Sippenhaft sind im deutschen Rechtssystem nicht vorgesehen. Fußballfans sehen sich aber durch Verbände und Vereine immer wieder Bestrebungen ausgesetzt, derartiges Vorgehen außerhalb der gültigen Rechtsnormen zu etablieren. Die Diskussionen rund um das Konzeptpapier “Sicheres Stadionerlebnis” haben gezeigt, dass es seitens der Verbände und einiger Vereine Ansätze gibt, eine Parallelgerichtsbarkeit zur geltenden Strafgerichtsbarkeit des Bundes und der Länder aufzubauen, die auch in hoheitliche Bereiche vordringt und ihr eigentlich angestammtes Gebiet, nämlich die Sportgerichtsbarkeit, unrechtmäßig verlässt. Auch aus der Politik kamen Forderungen, die weder mit einem demokratischen Rechtsstaat wie unserem, noch mit der Realität in deutschen Stadien vereinbar sind. So forderte der scheidende niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann Richter und Staatsanwälte im Stadion, „damit es so schnell wie möglich zu Verurteilungen und Stadionverboten kommt.“ (Quelle: Echo-Online.de, 05.12.12). Hierzu erübrigt sich jeder weitere Kommentar!

Leider sind es aber nun Sie, Herr Kind, der sich an einer Kollektivstrafe versucht, obwohl sogar das schlussendlich verabschiedete und von Ihnen unterschriebene Papier zum „Sicheren Stadionerlebnis“ sich ausdrücklich gegen Kollektivstrafen und für täterorientierte Ansätze ausspricht. Die von Ihnen ergriffene Maßnahme ist weder angemessen noch effektiv und hat dazu geführt, dass viele Besucher auch aus anderen Stadionteilen das nächste Europa-League-Heimspiel nicht besuchen werden. Viele haben dies bereits in verschiedenen Foren angekündigt und auch in persönlichen Schreiben dem Verein mitgeteilt.

Auch die häufig praktizierte Weitergabe von persönlichen Daten, sei es von der Polizei an Vereine oder andersherum, ist mit geltendem Recht unvereinbar, wird jedoch regelmäßig betrieben. Datenschützer und Fananwälte weisen seit Jahren wiederholt auf diese Missstände hin.

Darüber hinaus wurden innerhalb des letzten Jahres mehrfach Spruchbänder und Flyer von Ihnen bzw. Ihren Mitarbeitern verboten, die sich kritisch mit den Aktivitäten des “Vereins” auseinandersetzten. Strafrechtliche Relevanz besaßen diese nicht, sondern sie waren Ausdruck einer kritischen Gegenöffentlichkeit, die man durch Verbote im Stadion mundtot zu machen versucht. Eine starke und pluralistische Gesellschaft lebt von Kritik und Kritikfähigkeit, Konflikt und Kompromiss. Dies gilt unserer Meinung nach auch für den Verein und diese Überzeugung endet nicht am Stadiontor.

Unser Stadionerlebnis:

Die einzelnen Unterzeichner dieses Briefs erleben ein Fußballspiel auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Die einen verfolgen das Spiel im Sitzen von einer der Tribünen, während andere wiederum im Fanblock stehen, singen und Fahnen schwenken, um die Mannschaft zu unterstützen. Jede Art des Stadionbesuchs hat ihre Daseinsberechtigung und diese Vielfalt ist das, was Stadionbesuche in Deutschland einzigartig macht. Der Stadionbesuch wird dadurch zum Kulturgut, das es zu schützen und zu bewahren gilt – mit seiner Vielfalt und seinen unterschiedlichen Charakteren. Für uns sind Fußball und Hannover 96 kein Premiumprodukt, kein Investment, keine Marke. Für uns ist es mehr! Für die einen die schönste Nebensache der Welt. Für die anderen gar das Leben. Die von Medien und Politik häufig propagierte Gewaltproblematik in deutschen Stadien gibt es nicht. Der Besuch eines Fußballspiels ist heute so sicher wie nie zuvor. Es kommt zwar gelegentlich zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, allerdings geschieht dies meist auf der An- und Abreise und höchst selten im Stadion. Dies zu verharmlosen ist ausdrücklich nicht unser Anliegen, doch muss auch festgehalten werden, dass es derartige Vorfälle gibt, seit es den Fußball als Volkssport gibt und diese sich bei den vielen Millionen Besuchern, die die Spiele der Bundesligen jährlich besuchen, leider niemals auf null werden reduzieren lassen. Die Daten der „Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze“ (ZIS), die angeblich eine Eskalation der Gewalt belegen sollen, sind zudem von Experten mehrfach als manipulativ und nicht aussagekräftig entkräftet worden. Es besteht also kein Grund für Aktionismus, sondern eine realitätsnahe und unvoreingenomme Betrachtung der Faktenlage ist angezeigt.

Die aktuellen Geschehnisse:

Vergangenen Freitag (01.02.13) stand das Bundesliga-Auswärtsspiel in Bremen an. Ein Ziel, das immer von besonders vielen 96-Fans angefahren wird. Doch im Auswärtsblock war dieses Mal ungewöhnlich viel Platz, ist er doch sonst bei unseren Besuchen regelmäßig überfüllt. Einige hundert Fans hatten das Reiseziel nicht erreicht. Sie waren in Achim aus dem Regionalexpress gestiegen, um mit einer anderen Bahn des Regelverkehrs die Reise nach Bremen fortzusetzen. Am nächsten Tag war in der Presse von Randale in den Zügen und am Bahnhof Achim zu lesen. Die Fans, die dort ausgestiegen waren, wurden anschließend zurück nach Hannover gefahren. Am Hauptbahnhof wurden von allen die Personalien aufgenommen, sowie Fotos angefertigt. Eine Maßnahme, die sich, laut offiziellem Polizeibericht, bis weit nach Mitternacht erstreckte. In einem Interview mit dem NDR am 02.02.13 lobten Sie, Herr Kind, das konsequente Vorgehen der Polizei und kündigten an zu erwägen, einer bestimmten Fangruppierung in Zukunft keine Karten mehr verkaufen.

Uns liegen diverse Augenzeugenberichte von Betroffenen aus Achim vor, teilweise von Familienvätern mit Dauerkarte auf der Westtribüne – nur damit Sie das einordnen können. Folgendes trug sich demnach zu: Der Regionalexpress Richtung Bremen war, wie zu erwarten, mehr als überfüllt. Das Platzangebot war grenzwertig. Die sanitären Verhältnisse waren schlecht und die Frischluftzufuhr ungenügend. Am Bahnhof Achim stieg eine größere Gruppe aus, um diesen Zuständen und sicherlich auch den wartenden und unserer Meinung nach Viehtransporten gleichenden Shuttle-Bussen am Bremer Hauptbahnhof zu entgehen. Man sollte meinen, dass dies in unserem Land, in dem bekanntlich Reise- und Bewegungsfreiheit herrschen, auch für Fußballfans ohne weiteres möglich sein sollte. Das Gegenteil scheint der Fall. In Windeseile wurden Polizeikräfte zusammengezogen. Es kam zu vereinzelten Rangeleien.

Dabei wurde von der von Ihnen genannten Fangruppierung beschwichtigend auf die Fans auf dem Bahnsteig eingewirkt und durch Megaphon-Durchsagen dazu aufgefordert, Ruhe zu bewahren und das Werfen von Böllern unbedingt zu unterlassen, um in Kürze die Reise fortsetzen zu können. Die Reise ging aber nicht weiter. Stattdessen wurden sämtliche anwesenden Fans von der Polizei eingekesselt und zwei Stunden lang im Regen auf dem Bahnsteig festgehalten. Ohne sanitäre Einrichtungen. Dass einige infolgedessen ihre Notdurft auf dem Bahnsteig verrichten mussten, ja dazu sogar von den eingesetzten Beamten angewiesen wurden, ist zwangsläufig. Dass dies dann als ein Paradebeispiel für die verrohten Sitten unter Fußballfans Einzug in den Polizeibericht hält, ist entlarvend!

Nach zwei Stunden in Regen und Kälte im Polizeikessel fuhr ein Zug ein, der die Fans zurück nach Hannover bringen sollte. Da dies nicht das eigentliche Reiseziel war, ist es verständlich, dass der Zug von einigen nur widerwillig betreten wurde. Die Polizei verstand es aber, nachdrücklich deutlich zu machen, dass eine Fahrt mit diesem Zug alternativlos sei. Zurück in Hannover kam es zu den oben beschriebenen Personalien- und Fotoaufnahmen von allen Insassen des Zuges. Welche Konsequenzen dies für die unterschiedlichen Personen haben kann, dürfte bekannt sein. Willkürliche Einleitung von Strafverfahren, verbunden mit rechtswidrigen Stadionverboten und Einträgen in die rechtlich mehr als fragwürdige Datei “Gewalttäter Sport” drohen. Außerdem droht die Bundespolizei Bremen mit Strafanzeigen “wegen des Verdachtes gemeinschaftlich begangenen Landfriedensbruchs, Missbrauchs von Nothilfemitteln, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung”, sowie “zivilrechtlichen Forderungen” aufgrund von Störungen des Bahnverkehrs (Quelle: Pressemitteilung der Bundespolizeiinspektion Bremen, 02.02.13) Und das alles, weil man eine reguläre Umsteigemöglichkeit wählen wollte? Im Endeffekt durften sich die Betroffenen über einen Zeitraum von bis zu acht Stunden weder frei bewegen noch sich verpflegen.

Die Stimmung im Gästeblock in Bremen indes war schlecht. Koordinierte Anfeuerungsrufe gab es nicht. Dafür aber jede Menge stumpfes Gepöbel. Selten hat man so viele rassistische, antisemitische und sexistische Verunglimpfungen in einem Fanblock der Roten hören müssen. Außerdem wurden zwei Böller und ein Bengalo gezündet. Wer war dafür verantwortlich? Die von Ihnen immer wieder gescholtene Personengruppe kann es nicht gewesen sein, denn sie war nach den Vorkommnissen in Achim nicht anwesend.

Die Zukunft:

Es ist mittlerweile so weit gekommen, dass man von zahlreichen Vereinsmitgliedern hört, dass sie erwägen ihre Mitgliedschaft zu kündigen oder dies bereits getan haben. Einige haben dies in Verbindung mit persönlichen Nachrichten an Sie getan. Erkundigen Sie sich dahingehend bei Ihren entsprechenden Angestellten.

Keiner von uns schätzt Ihre Leistungen rund um Hannover 96 gering. In sportlich wie wirtschaftlich schwierigen Zeiten haben Sie sich persönlich um den Verein verdient gemacht und ihn in ein sicheres und zukunftsfähiges Fahrwasser gelenkt. Sie sollten aber nicht vergessen, dass auch wir immer dabei waren. Teilweise schon vor Ihnen. Trotz Abstiegs bis in die Regionalliga waren wir immer an der Seite des Vereins. Nach dem Tod von Robert Enke sind wir in der 96-Familie alle näher zusammengewachsen. In einer großen Kraftanstrengung konnte die Mannschaft auch mit unserer Unterstützung in Bochum am letzten Spieltag den Klassenerhalt sichern und in der Folgesaison sich sensationell erstmalig seit 20 Jahren für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren.

Verschiedenste Ereignisse führten dazu, dass die Harmonie und Einigkeit dieser Zeit im vergangenen Jahr verloren ging. Anfangs war da die Diskussion um die Haarmann-Fahne, die seit Jahren in der Fankurve geschwenkt wurde und nun auf einmal von Ihnen zum Politikum gemacht wurde. Entscheidend waren aber wohl die Ereignisse rund um die Einführung des Konzeptpapiers „Sicheres Stadionerlebnis“. Sowohl die Verbände als auch die überwiegende Zahl der Vereine ließen hier die Meinungen, Befürchtungen und Ängste von uns Fans völlig außer Acht und wollten über unsere Köpfe hinweg über ein völlig realitätsfremdes und grundrechtsverletzendes Papier abstimmen. Zum Glück konnte dies in letzter Minute durch einen bundesweiten Fanprotest verhindert und der Inhalt des Papiers deutlich abgemildert werden. Der Schaden aber, den derartige Missachtung in unserer Fanseele hinterlassen hat, war angerichtet. Ihre jüngsten Maßnahmen wie das Verbot kritischer Spruchbänder oder die genannten Kollektivstrafen für den Supporters-Block, sowie Ihre diversen Äußerungen über Fanangelegenheiten in Interviews in Zeitung, Radio und Fernsehen, haben nicht dazu beigetragen, diese Wunden zu heilen, sondern vergrößern nur unser Unverständnis.

Die von Ihnen avisierte Verdrängung organisierter Fanstrukturen wird nicht zu dem von Ihnen gewünschten Ergebnis führen. Ja, die organisierten und aktiven Fans sind kritisch und kompliziert. Doch ihr Wirken setzt Synergieeffekte frei, deren Ausmaß Ihre marktwirtschaftliche Orientierung nicht erfasst. Werfen Sie einmal einen Blick in den aktuellen Fanartikel-Katalog, der mit den Choreographien der vergangenen Saison wirbt. Kein Sponsor ist in der Lage, derartiges auf die Beine zu stellen. Das ist Kunst! Das ist Fankultur! Das ist Fußball! Aktive Fußballfans sind neben ihrem unermüdlichen Einsatz für den Verein für eine Vielzahl karitativer Aktionen verantwortlich. Beispielhaft seien hier die Spendensammlungen für ein Waisenheim im ukrainischen Poltawa, woran auch Sie sich beteiligten, oder für die Stiftung Kinderherz erwähnt. An Kinder und Jugendliche richten sich ebenfalls viele Angebote, ohne dass diese Arbeit an die große Glocke gehängt und in der Hochglanzwelt der Medien ausgeschlachtet wird. Hinzu kommen Veranstaltungen gegen Rassismus, wie ein antirassistisches Fußballturnier, das jährlich in der Sommerpause stattfindet oder das „Spaß gegen Stumpf-Festival“ zu Saisonbeginn im Bereich der Nordkurve.

Unter der Prämisse offener und ehrlicher Gespräche auf Augenhöhe haben sich die verschiedensten Gruppierungen der Hannoverschen Fanszene stets zum Dialog bereit gezeigt. Durch die Verdrängung der organisierten Fans aus dem Stadion berauben Sie sich selbst der wichtigsten Ansprechpartner. Sie, Herr Kind, reißen Lücken, in die Andere vordringen werden, die nicht gesprächsbereit, nicht organisiert und nicht fassbar sind. Auch Rassismus ist leider nicht völlig aus dem Stadion verdrängt, auch in Hannover nicht. Die Zerstörung organisierter Fankultur öffnet menschenverachtenden Ideologien Tür und Tor. Aktuelle Beispiele aus anderen Stadien belegen dies eindrücklich. Die Lösung der aktuellen Probleme ist es nicht, mehr Repressionen gegen Fans durchzusetzen, sondern der offene und ehrliche Dialog mit verbindlichen Abmachungen und die mutige Gewährung zusätzlicher Freiheiten für die aktive Fanszene über jedes bisher dagewesene Maß hinaus. Die Stärkung der Unabhängigkeit der Fanszene wäre visionär für Hannover 96 und würde den Fans die Möglichkeit geben, das Verantwortungsbewusstsein, das sie für sich in Anspruch nehmen, zu beweisen. Werden Sie sich über den Wert dessen, was Sie meinen bekämpfen zu müssen, bewusst. Nehmen Sie uns Fans und unsere Interessen ernst. Gemeinsam können wir Großes erreichen. Gegeneinander gibt es ausschließlich Verlierer!

Mit schwarz-weiß-grünen Grüßen!

 

(Unterschreibt hier: https://briefankind.wordpress.com/unterschreiben/)

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24 Antworten to “Offener Brief an Martin Kind, Präsident Hannoverscher Sportverein von 1896 e.V.”

  1. Hendrik Behrens Februar 7, 2013 um 11:30 am #

    Hendrik Behrens Fördermitglied

    • Frank Hepe Februar 7, 2013 um 2:04 pm #

      Kann mich dem Brief in aller Form anschliessen und möchte nicht die Gelegenheit versäumen auch mich namentlich dem anzuschliessen.
      Frank Hepe (55J.) Geschäftsmann, gelegentlicher Fahrer zu Auswärtsspielen.

    • Christoph Pfingsten Februar 7, 2013 um 4:23 pm #

      Christoph Pfingsten (DK in N3)

    • lars dittrich Februar 7, 2013 um 7:48 pm #

      Lars Dittrich

  2. Erwin Februar 7, 2013 um 2:11 pm #

    Wie kann man sich denn in die Liste eintragen??

    • briefankind Februar 7, 2013 um 4:25 pm #

      Bitte sende deinen vollständigen Namen an die angegebene E-Mailadresse

      • Sascha Rebstock Februar 7, 2013 um 7:11 pm #

        Sozialversicherungsfachangestellter, DK N5, nimmt ohne Angst seine Tochter (*2003) seit Jahren mit ins Stadion

      • Maja Februar 7, 2013 um 8:41 pm #

        Wo finde ich die E-Mail-Adresse?

      • briefankind Februar 8, 2013 um 4:29 pm #

        Sie können ab sofort unter „unterschreiben“ unterschreiben! 🙂

  3. Moritz M Februar 7, 2013 um 4:11 pm #

    Ich bin Hanseat, aber finde, dass hier die Fans vom H96 ein Zeichen setzen und vollkommen Recht haben.
    In den Farben getrennt, in der Sache vereint

  4. Johannes Möller Februar 7, 2013 um 4:21 pm #

    Johannes Möller

  5. Peggy Strümpel Februar 7, 2013 um 6:33 pm #

    OP Schwester und habe seit Jahren eine Dauerkarte in N8. Möchte auch gern namentlich genannt werden

  6. Andreas Reddig Februar 8, 2013 um 8:11 am #

    45 jahre, ehemaliger Angestellter von Hannover 96, erster Stadion Besuch 1974,

  7. Frank Mues Februar 8, 2013 um 10:42 am #

    Ich schieße mich ebenfalls dem offenen Brief vollumfänglich an
    Frank Mues, Selbstständiger KFZ Händler, seit 36 Jahren im Stadion, 9 Jahre DK im Westblock, Mitglied seit 2 Jahren

  8. Andreas Schulz Februar 8, 2013 um 1:34 pm #

    Klare Worte . Super Brief.

  9. Sim Bottermann Februar 8, 2013 um 3:27 pm #

    Die Darstellung neutraler Zeugen war was die unglaubliche Aggressivität der 300 (!) Personen, die den Zug vorzeitig verliessen, war eine Andere als die im „Offenen Brief“ genannte.

    Ist heut zu tage wirklich eine „Koordination von Fangesängen“ erforderlich, um Rassisten, sonstige Beleidiger und Krawallmacher in Fanblocks zu „bändigen“ (wie in dem offenen Brief angedeutet)?

    Ich kann Kind verstehen, wenn alle Fanprojekte nichts nützen und offensichtlich die Bereitschaft zu Krawall und Gewalt trotz alle dem steigt teilweise in einem unglaublichen Maße?

    Fans mit Begeisterung ja, Stinkstiefel, die anderen den Fussballgenuss verleiden, weil sie eben nicht oder nicht in erster Linie an Fussball interessiert, NEIN DANKE.

    • briefankind Februar 8, 2013 um 4:33 pm #

      Und was ist mit den Anwohnern, die gegenüber Journalisten berichten, wie Polizisten einen Fußballfan auf dem Bahnsteig zu Boden werfen und den am Boden liegenden dann mit dem Schlagstock bearbeiten? Keiner hat behauptet, dass sich in Achim von Fanseite 100 Prozent korrekt verhalten wurde. Wir stellen lediglich fest, dass der Großteil sich korrekt verhalten hat und die wenigen, die aus der Reihe getanzt sind, in Eigenregie zur Ordnung gerufen hat. Darüberhinaus gibt es die eskalierende Gewalt rund um den Fußball nicht! Alle Zahlen belegen das und die Experten bestätigen dies. Und wie wir den Rassismus in unserer Gesellschaft effektiv bekämpfen ist ein gaaaaanz schwieriges Thema. Bestimmt nicht durch Äußerungen wie die des hessischen Justizministers und wenn wir Gruppen, die sich aktiv GEGEN Rassismus engagieren, mit Repression überhäufen. Wenn sie weitere Fragen haben, sprechen sie uns gerne persönlich an. Einfach mal bei den Heimspielen im Zwinger/RK-Container nach uns fragen. Da gucken wir eigentlich vor jedem Spiel mindestens einmal kurz vorbei!

      Mit freundlichen Grüßen!

      • Frank Krüger Februar 8, 2013 um 5:23 pm #

        Wenn ihr so engagiert seit, warum gelingt es Euch dann nicht diese paar Chaoten, die mit Pyro alles in Gang gesetzt haben und alle Anderen in Verruf bringen, auszusortieren. Zeigt das ihr das auch nicht wollt und alles wird sich entspannen. Ich bin bis Anfang der 80ziger auch immer zum Fußball gegangen und habe mich dann irgendwann wegen Idioten ausgeklingt. Ich will Sport sehen und Spaß haben und nicht welche aufs Maul kriegen weil ich den falschen Schal trage. Ich bin damals zum Eishockey gewechselt und habe dort das gefunden was Spaß macht. Dort gibt es keine Fanrandale, kein Angemacht werden wegen falschen Schals. Ich habe über Jahre genau neben den Gästefans gestanden, ohne Zaun und andere Dinge, und nur Spaß gehabt mit denen. Die, die meinten Randale machen zu müssen, wurden von den eigenen Fans isoliert und konnten so kurzer Hand entfernt werden. Beim Fußball können sie sich in der Masse verstecken und werden auch noch unterstützt. Dann muss man sich nicht wundern, wenn die Staatsmacht, die Vereinsführungen und Verbände überreagieren. Wo durch soll man die Guten von den Pennern unterscheiden.

        MfG Frank Krüger

      • briefankind Februar 21, 2013 um 9:19 am #

        Sie waren seit den 80er Jahren nicht mehr beim Fußball? Versuchen Sie es mal wieder! Es hat sich viel geändert. Angst haben braucht da heute niemand mehr. Warum wir in unserem Brief nicht mit Pyro auseinandersetzen? Ganz einfach! Wir messen dieser Thematik einfach nicht den Stellenwert bei, den sie in der allgemeinen Berichterstattung einnimmt. Das „Pyro-Problem“ wird völlig überzogen dargestellt. Wenn man bei den Fakten und unumstößlichen Daten bleibt und die Experten fragt, wird man schnell feststellen, dass es ganz andere Probleme gibt. Pyro und Gewalt gehören eher nicht dazu. Grüße!

      • Igor Februar 8, 2013 um 7:26 pm #

        Gegen modernen Fussball!
        Igor, 96-Fan aus Moskau.

    • Jan-Christoph Sicard Februar 8, 2013 um 8:18 pm #

      Zum Thema Rassismus: Die Koordination von Fangesängen hat offensichtlich nichts mit der Bekämpfung von Rassismus zu tun. Jedoch ist mir schleierhaft, wo in dem Brief eine derartige Darstellung erfolgt. Der Brief bezieht sich ausdrücklich NICHT nur auf die Ultras, sondern auf die organisierten Fans und das sind weit mehr als „nur“ die UH. Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass organisierte Fanstrukturen, die sich als Gruppe gegen Rassismus und Nazis im Stadion wenden, ein großer Gewinn im Stadion sind! Ich kann mich an fiese Zeiten in den 90ern erinnern, wo man bei jedem Spiel das U-Bahn-Lied und diveesen anderen ekligen Nazi-Scheiß im H31 hören musste und sich bei Äußerungen dagegen der Unterstützung anderer Fans nicht sicher sein konnte. Mit dem Einzug verschiedener organisierter Gruppen und darunter damals auch verschiedener Ultra-Grupperungen Ende der 90er wurde das schlagartig besser, da man sich nun eines Konsens und eines Rückhalts sicher sein konnte. Auch bezüglich der angeblich eskalierenden Gewalt kann ich meinen Vorrednern nur zustimmen. Alls objektiven Zahlen sowie meine ganz persönlichen Erfahrungen zeigen etwas ganz anderes. Ich kann mich bspw. an ein 2.-Liga-Spiel Anfang der 90er gegen Waldhof Mannheim erinnern, welches ich mit meinem Vater auf der West-Tribüne verfolgte. Bei besagtem Spiel stürmten mitten in der 2. Hälfte auf einmal große Teile des Auswärtsblock quer über die Tribüne Richtung H31. Damals hatte ich WIRKLICH Angst….ebenso bei diversen Auswärtsfahren inmitten von Bomberjacken und dem „nationalen Widerstand“. Damals hat kaum ein Hahn danach gekräht. Heute sind 400 Fans, die zu früh aus dem Zug aussteigen, ein krawallsuchender, gewaltsüchtiger Mob, der einen ganzen Bahnhof auseinandernimmt…By the way, die UH haben bei Weitem nicht die Mitgliederstärke von 400+, so viel zu den „bösen“ Ultras, die an allem Schuld sind. Übrigens bin ich KEIN Ultra – mir ist einfach nur wichtig, dass das Thema VON ALLEN SEITEN differenziert und nicht voller Hysterie und schlecht informiert/recherchiert betrachtet wird!
      Achso, eins noch vergessen, ich kann da nur für Hannover sprechen, aber mit dem Aufkommen der Ultra-Bewegung sowie anderer organisierter Fanstrukturen (seien es Gruppen wie die Notbremse oder auch später dann die RK) wurde das Nazi-Problem aus meiner Sicht wesentlich besser, das U-Bahn-Lied wurde gerade in der Anfangszeit von der organisierten Szene häufig unterbunden, ebenso wie andere stumpfe Pöbeleien etc.

      Meine Empfehlung an sie persönlich ist, treten sie tatsächlich mit aktiven Fans in Kontakt, informieren sie sich nicht nur aus dem Boulevard oder Medien, die eine, in dieser Sache muss ich das so hart formulieren, gleichgeschaltete Meinung unreflektiert übernehmen. Sicher wird man in alternativen Quellen wie bspw. Fan-Foren auch auf subjektive Meinungen treffen, aber man kann in Kenntnis beider Positionen doch ein weitaus differenzierteres Bild erlangen. Und BITTE, verabschieden sie sich von der Mär, die Vorgehensweise von Verein, Medien und Polizei in dieser Sache würden nur die Ultras kritisch sehen, bzw. die Ultras seien das Problem!

  10. Jürgen Februar 8, 2013 um 7:19 pm #

    Guter Ansatz, guter Versuch… aus meiner Sicht mit einem entscheidenden Denkfehler. Es handelt sich bei den Vorkommnissen in Achim, wie auch immer sie tatsächlich vorgefallen sind, um einen gesellschaftspolitischen Kontext. Hier geht es um den Vorwurf überzogener Polizeigewalt. Reicht Klagen ein oder betätigt Euch politisch, um das zu ändern (oder nehmt es hin, wenn Ihr meint, es ist hoffnungslos. So ist es nämlich schon seit Jahren, was alle regelmäßige Demonstranten sicherlich bestätigen)! Dass man tatsächlich überrascht scheint, dass die Knüppel eingesetzt werden, wenn irgendwelche Volltrottel meinen, Böller zünden zu müssen, erschließt sich mir nicht. Natürlich ist das eine „Kollektivstrafe“, natürlich ist das „Sippenhaft“… Na und? Unterscheidet Ihr zwischen jedem Uniformierten individuell? Wäre mir wirklich neu…

    • Jan-Christoph Sicard Februar 9, 2013 um 10:21 am #

      In Teilen sicher richtig, das Problem ist zum gewissen Anteil gesellschaftspolitisch und geht weit über den Fußball hinaus. Allerdings ist der Vergleich mit den Uniformierten aus meiner Sicht gewagt. Die Uniform soll ja gerade dazu beitragen, dass die Polizei als Gruppe und Exekutive erkannt wird. Insofern ist hier eine individuelle Unterscheidung ja auch schon von Grund auf nicht gewollt. Bei einer Gruppe von 400 Menschen, die eben nicht uniformiert und heterogen ist, ist eine Unterscheidung hingegen sehr wohl möglich bzw. angezeigt. Des Weiteren sehe ich einen entscheidenden Unterschied darin, dass der Polizist per se eine Funktion ausübt bei einem Einsatz und eigentlich nur ein Vertreter ist, seine Indiviualität also in der Sache zurückstellt. Wende ich mich also an einen Uniformierten, wende ich mich eigentliche an einen Staatsvertreter bzw. Vertreter der Rechtsordnung unseres Landes und nicht an eine Privatperson. Das ist der entscheidende Unterschied, weshalb ich zwischen Uniformierten nicht unterscheiden muss (obwohl man es in der Realität doch tut, weil es natürlich auch innerhalb der Polizei solche und solche gibt!) und ihr Vergleich heftig hinkt. Ach und im Übrigen, wenn ich einem Polizisten eine Straftat unterstellen, dann muss ich auch indivduell unterscheiden und die Sache zur Anzeige bringen, von Sippenhaft kann da wohl kaum die Rede sein. Hier werden Äpfel mit Birnen verglciehn….

  11. Mateusz Wladyka Februar 8, 2013 um 7:42 pm #

    hiermit unterschreibe ich auch
    Mateusz Wladyka, Dauerkartenbesitzer n18

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